Forschungsprojekte - Prof. Dr. Rüdiger Pohl

Laufende Projekte

Optimierungstheorie gedächtnisbasierter heuristischer Entscheidungen: 
Modell und Überprüfung (Erdfelder & Pohl; DFG, 2013-2016)

Im Vorgängerprojekt entwickelten und evaluierten wir formale Messmodelle zur präzisen Erfassung der Nutzung einfacher Entscheidungsheuristiken, vor allem der Rekognitionsheuristik (RH; Hilbig, Erdfelder, & Pohl, 2010), aber auch anderer Heuristiken (Hilbig, Erdfelder, & Pohl, 2011). Die RH postuliert, dass Personen das bekannte Objekt wählen sollten, wenn sie zwischen einem bekannten und einem unbekannten Objekt entscheiden. Unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten ist die RH attraktiv, weil sie oft hohe Entscheidungsgüte mit geringem Aufwand verbindet. Entsprechend konnten wir zeigen, dass die RH vor allem dann verwendet wird, wenn Aufwandsreduktion wichtig ist (z.B. Hilbig, Erdfelder, & Pohl, 2012; Hilbig, Scholl, & Pohl, 2010). Unser Fortsetzungsantrag baut hierauf auf und stellt zwei wichtige Fragen in den Mittelpunkt: 1) Wie sieht der kognitive Mechanismus aus, der zur Wahl oder Nichtwahl der RH als Entscheidungsstrategie führt? 2) Wie können wir die Forschung zu rekognitionsbasiertem Entscheiden mit der Forschung zum Rekognitionsgedächtnis verbinden?

Frühere Projekte

Determinanten schneller und einfacher Entscheidungsfindung mit der Rekognitionsheuristik:
Ein Kosten-Nutzen-Ansatz (Erdfelder & Pohl; DFG,  2010-2013)

Die in diesem Antrag skizzierte Forschung dient mehreren Zielen, die mit denen der be­antragten Forschergruppe eng verzahnt sind. Zunächst werden wir darstellen, warum die in der bisherigen Forschung verwendeten Prozessmaße für die in diesem Projekt untersuchte Urteilsheuristik – die Rekognitionsheuristik – unzureichend sind. Insbesondere bleibt bei den bisherigen Maßen weitgehend unberücksichtig, welche Prozesse zu beobachtbaren Ent­scheidungen führen. Wir begegnen diesem Problem durch die Formulierung eines multi­nomialen Verarbeitungsbaummodells für komparative Urteile. In einem zweiten Schritt soll das vorgeschlagene Modell dann genutzt werden, um die Determinanten bzw. die Me­diatoren und Moderatoren der Verwendung der Rekognitionsheuristik zu untersuchen. Wir werden uns dabei von der weithin akzeptierten theoretischen Position leiten lassen, dass Ent­scheidungsstrategien adaptiv selegiert werden, d.h. aus einem Prozess der Abwägung von Kosten und Nutzen folgen. Außerdem wird unser Projekt individuelle Unterschiede in der Nutzung schneller und einfacher Urteilsheuristiken beleuchten und die kognitiven und moti­va­tionalen Aspekte der Persönlichkeit aufdecken, die diesen Unterschieden zugrunde lie­gen.